Der spirituelle Weg bei Meister Eckhart und im Zen-Buddhismus

Teil 2 – Nichtdenkendes Denken - Eckhart und Zen zum Umgang mit Gedanken

 

Eine weitere dieser verblüffenden Übereinstimungen zwischen dem Zen und Meister Eckhart möchte ich im folgenden vorstellen. Es geht dabei darum, wie man sich in der spirituellen Übung gegenüber der Gedanken, die einem kommen, am besten verhält. Sind die Gedanken, die sich mit diesem und jenem beschäftigen, in der Meditation bzw. im Gebet eine Störung, die es abzustellen gilt? Gibt es Kniffe und Tricks, wie man mit den Gedanken geschickt umgeht? Oder kann man ihnen gegenüber zu einem völlig anderen Verhältnis kommen? Eckhart und Zen kommen hier gleichermaßen zu einer überraschenden Wendung.

 

a) Eckhart – ledig wie eine Jungfrau

In einer seiner Predigten entfaltet Eckhart die mystisch-spirituelle Bedeutung der Jungfräulichkeit Marias. Jungfräulichkeit meint dabei einen Geist, der von allem frei und unberührt ist.

 

Wohlan, achtet nun aufmerksam auf dieses Wort: Notwendig muß es so sein, daß sie eine »Jungfrau« war, jener Mensch, von dem Jesus empfangen ward. Jungfrau besagt so viel wie ein Mensch, der von allen fremden Bildern ledig ist, so ledig, wie er war, da er noch nicht war. Seht, nun könnte man fragen, wie ein Mensch, der geboren ist und fortgediehen bis in vernunftfähiges Leben, wie der so ledig sein könne von allen Bildern, wie da er noch nicht war, und dabei weiß er doch vieles, das sind alles Bilder; wie kann er dann ledig sein?

 

Eckhart spricht in dieser Predigt einen seiner zentralen Gedanken an, nämlich die Ledigkeit des Geistes. Wenn der Geist des Menschen so ledig ist, wie der Geist Gottes in sich selbst ledig ist, dann sind der Geist Gottes und der Geist des Menschen ein und derselbe Geist. Entsprechend geht es in der Kontemplation darum, alle Bilder, alle Inhalte, alles Wissen und schließlich sogar das Wissen um sich selbst aus seinem Geist abzuscheiden um so in die Abgeschiedenheit eintreten zu können. Ziel des Gebetes aus ledigem Gemüt ist also alle Gedanken zum Schweigen zu bringen und in ein völliges Schweigen, in eine vollkommene Stille einzutreten. Alle Bilder sind dann verloschen. Nun aber nimmt die Predigt Eckharts eine überraschende Wendung, die er auch entsprechend kennzeichnet.

 

 Nun gebt acht auf die Unterweisung, die will ich euch dartun. Wäre ich von so umfassender Vernunft, daß alle Bilder, die sämtliche Menschen je (in sich) aufnahmen und (zudem) die, die in Gott selbst sind, in meiner Vernunft stünden, doch so, daß ich so frei von Ich-Bindung (Eigenschaft) an sie wäre, daß ich ihrer keines im Tun noch im Lassen, mit Vor noch mit Nach als mir zu eigen ergriffen hätte, daß ich vielmehr in diesem gegenwärtigen Nun frei und ledig stünde für den liebsten Willen Gottes und ihn zu erfüllen ohne Unterlaß, wahrlich, so wäre ich Jungfrau ohne Behinderung durch alle Bilder, ebenso gewiß, wie ich's war, da ich noch nicht war[1].

 

Eckhart führt hier also aus, dass ein Freisein von Bildern nicht bedeutet, dass die Bilder abwesend sind. Oder auf die Gedanken angewendet: Freiheit von Gedanken in der Meditation und auch sonst wird nicht durch Gedankenlosigkeit erreicht, sondern dadurch, dass ich an die Gedanken, Gefühle, Bilder, Impulse, die in meinem Geist auftauschen nicht gebunden bin. Der Schlüssel ist hier die Freiheit von Ich-Bindung. Ich gehe einfach keine Bindung mit den Gedanken ein, ergreife sie nicht als mir zu eigen. Ich bleibe frei von Eigenschaft ihnen gegenüber. Sie kommen und gehen, ohne dass ich mit ihnen identifiziert bin. Ich bin nicht meine Gedanken, sondern ich bin etwas, das völlig ledig und frei ist von allen inneren psychischen Zuständen.

 

b) Eckhart – Das freie und ledige Etwas – der innere Mensch

 

Im Traktat „Über die Abgeschiedenheit“ verdeutlich Eckhart diesen Gedankengang. Er spricht dort vom inneren und vom äußeren Menschen.

 

Nun sollst du wissen, daß der äußere Mensch sich in Betätigung befinden kann und doch der innere Mensch davon gänzlich frei und unbewegt bleibt. … Und dazu nimm einen Vergleich: Eine Tür geht in einer Angel auf und zu. Nun vergleiche ich das äußere Brett der Tür dem äußeren Menschen, die Angel aber setze ich dem inneren Menschen gleich. Wenn nun die Tür auf- und zugeht, so bewegt sich das äußere Brett hin und her, und doch bleibt die Angel unbeweglich an ihrer Stelle und wird deshalb niemals verändert. Ebenso ist es auch hier, wenn du's recht verstehst.[2]

 

Es geht also nur vorübergehend darum, ohne Bilder zu sein, ohne Gedanken und Absichten. Dies ist nicht das Ziel, sondern bestenfalls ein vorübergehendes Mittel. Ziel ist vielmehr, die Position dieses unbewegten, ledigen inneren Menschen einzunehmen. Wenn einem dies möglich ist, dann ist man Jungfrau ohne Behinderung durch alle Bilder, ebenso gewiss, wie man es war, als man noch nicht war, also wie man ohne Bilder war als man ungeschieden eins war mit Gott im ewigen Sein Gottes. Dies Position des ledigen, freien inneren Menschen einzunehmen bedeutet letztlich also nichts anderes, als den Ort einzunehmen, den Gott selbst innehat. Wer diese Position einnimmt, der ist also inmitten von Gedanken ohne Gedanken, der ist inmitten der Gefühle ohne Gefühle, der ist inmitten der Aktivität ohne Aktivität.

 

c) Zen – Der sechste Patriarch und das Denken des Nichtdenkens

 

Genau dies nun wird auch im Zen-Buddhismus zum Ausdruck gebraucht. Es gibt dort eine exakte Parallele zu diesem Freisein von Bildern inmitten der Bilder.

Im Zen spricht man vom Denken des Nichtdenkens. Damit meint man aber keinen Zustand der Gedankenlosigkeit bzw. der Gedankenleere, sondern einen Zustand von Gedankenfreiheit obwohl man Gedanken hat. Konsequenterweise vertreten Zen-Lehrer, die diesem Ansatz folgen, dass man in der Meditation nicht die Gedanken abschneiden muss, um einen Zustand der Gedankenfreiheit zu erreichen, sondern sie empfehlen, die Gedanken natürlich kommen und gehen zu lassen, allerdings ohne sich dabei an sie zu binden. Dies ist klassisch formuliert im Plattform-Sutra des sechsten Patriarchen.

 

Verehrte Zuhörer, in meiner Lehre ist, gleich wie in der Lehre der Patriarchen, von jeher der Nicht-Gedanke die Essenz, Nicht-Form die Substanz und Nicht-Verweilen die Grundlage.

Nicht-Form bedeutet das Losgelöst-Sein von Form in der Form.

Nicht-Gedanke bedeutet, ohne jeden Gedanken zu sein im Denken.

Nicht-Verweilen ist das ursprüngliche Wesen des Menschen.[3]

 

Auch wenn der sprachliche Ausdruck ein ganz anderer ist, so erkennt man doch eine starke Gemeinsamkeit mit Eckhart. Nicht-Gedanke bedeutet, ohne jeden Gedanken zu sein im Denken. Obwohl der Geist jetzt die Form eines Gedankens annimmt, bleibt er dabei doch in seiner Essenz bloß und leer, so wie er es war, bevor man wurde, wie es Eckhart ausdrücken würde.

 

Ausdrücklich bezieht sich der sechste Patriarch darauf, dass es beim Nicht-Denken auf die Freiheit vom Anhaften geht: „Was ist Nicht-Gedanke? Nicht-Gedanke  bedeutet, alle Dinge (Dharmas) zu sehen und zu kennen mit einem Geist, der frei ist vom Anhaften“[4]

Und ebenso ausdrücklich sagt er, dass die Absicht, die Gedanken auszulöschen, einer falschen Ansicht entspricht: „Aber das Denken an irgend etwas überhaupt zu unterlassen, so dass alle Gedanken unterdrückt sind, ist eine (Dharma-)Krankheit.Dies ist eine fehlerhafte Sicht.“[5]

 

d) Inhaltslosigkeit versus Bindungslosigkeit

 

Diese Haltung setzt sich deutlich ab gegen eine weit verbreitete Haltung im frühen Zen, in der das Ideal des von allen Inhalten leeren Geistes vorherrschte. Und auch in der mittelalterlichen Mystik wurde dieser Geisteszustand in der Kontemplation angestrebt. Und sicherlich ist es auch so, dass solch ein Geisteszustand, in dem alle Inhalte fehlen, durch die Meditation eintreten kann. Aber dieser Geisteszustand alleine ist noch keine Erleuchtung, garantiert noch keine Einheit mit der transzendenten Wirklichkeit, nennt man diese nun Nirvana oder auch Gott.

Folgt man Eckhart und dem sechsten Patriarchen, dann kommt es weniger darauf an, alle Inhalte aus dem Geist auszulöschen, sondern vielmehr das Anhaften an die Inhalte des Geistes zu überwinden. Ziel ist es, wie es der sechste Patriarch sagt, den Geist zu manifestieren, der an nichts haftet. Oder wie es Eckhart ausdrücken würde, einen gelassenen Geist zu haben, der die ganze Welt und vor allem sich selbst gelassen hat.

Als der sechste Patriarch noch als Novize im Kloster war, da forderte der Fünfte Patriarch seine Mönche auf, ein Gedicht zu schreiben, das ihre Zen-Erkenntnis zum Ausdruck bringt.

 

Der Mönchsälteste Shen Hsiu schrieb daraufhin folgende Zeilen:

 

Der Leib ist der Baum der Erleuchtung (bodhi),

Der Geist gleicht einem klaren Spiegel.

Müh’ dich, ihn allzeit abzuwischen!

Laß kein Staubkorn sich darauf ansetzen![6]

 

Dieser Vers drückt die gängige Haltung gegenüber den Verunreinigungen des Geistes aus: Alle Inhalte, die den klaren Geistesspiegel verschmutzen müssen weggewischt werden. Alle Gedanken, Vorstellungen, Emotionen etc sind Verunreinigungen, die man beseitigen muss. Und es ist klar, dass dies durch entsprechendes Training möglich ist. Man kann sich in solche Trance-Zustände meditieren. Und auch im Zen wird dies durchaus manchmal angestrebt. Was aber dadurch nicht gewährleistet ist, ist eine Transformation des Subjektes. Kommt man aus dieser Trance der Inhaltslosigkeit zurück, dann bauen sich die Ich-Bindungen, die Anhaftungen sofort wieder auf. Eckhart und der sechste Patriarch setzten dagegen bei den Ich-Bindungen, beim Anhaften an. Ziel der Meditation ist das Denken des Nichtdenkens bzw. die Gelassenheit, nicht aber das Auslöschen der Geistesinhalte.

Allerdings, so muss man sagen, ist dies im beim sechsten Patriarchen deutlicher formuliert als bei Eckhart. Denn bei Eckhart gibt es neben dieser Linie, die den Akzent auf Gelassenheit und Abgeschiedenheit legt, in der die Ich-Bindung der entscheidende Punkt ist, auch die andere Linie, in der es auf die Auslöschung aller Inhalte ankommt.

 

Wo die Kreatur endet, da beginnt Gott zu sein. Nun begehrt Gott nichts mehr von dir, als daß du aus dir selbst ausgehest deiner kreatürlichen Seinsweise nach und Gott Gott in dir sein läßt. Das geringste kreatürliche Bild, das sich je in dich einbildet, das ist so groß, wie Gott groß ist. Warum? Weil es dich an einem ganzen Gotte hindert. Eben da, wo dieses Bild (in dich) eingeht, da muß Gott weichen und seine ganze Gottheit. Wo aber dieses Bild ausgeht, da geht Gott ein. Gott begehrt so sehr danach, daß du deiner kreatürlichen Seinsweise nach aus dir selber ausgehest, als ob seine ganze Seligkeit daran läge. Nun denn, lieber Mensch, was schadet es dir, wenn du Gott vergönnst, daß Gott Gott in dir sei? Geh völlig aus dir selbst heraus um Gottes willen, so geht Gott völlig aus sich selbst heraus um deinetwillen. Wenn diese beiden herausgehen, so ist das, was da bleibt, ein einfaltiges Eins.[7]

 

Hier sagt Eckhart, dass jedes Bild im Geist es als solches verhindert, dass Gott im Menschen ist und der Mensch mit Gott eins wird. Alles Kreatürliche muss der Mensch daher hinter sich lassen, er muss aus sich selbst herausgehen. Alles, was in irgend einer Weise ein Gegenstand, ein Inhalt ist muss vergessen werden. Alles versinkt in Stille und Schweigen.

 

Darum sagt ein Meister: Wenn der Mensch ein inneres Werk wirken soll, so muß er alle seine Kräfte einziehen, recht wie in einen Winkel seiner Seele, und sich vor allen Bildern und Formen verbergen, und dort kann er wirken. Dabei muß er in ein Vergessen und in ein Nichtwissen kommen. Wo dieses Wort gehört werden soll, muß es in einer Stille und in einem Schweigen geschehen. Man kann diesem Worte mit nichts dienlicher sein als mit Stille und mit Schweigen; da kann man's hören und versteht man's recht: in jenem Unwissen. Wo man nichts weiß, da weist und offenbart es sich.[8]

 

Beides findet man also bei Eckhart, ebenso wie man es auch im Zen findet: Die Technik des Gedankenauslöschens, das Anstreben eines Geisteszustandes, in dem alles vergessen ist, in dem alles ins Dunkel und Schweigen verklingt, wo auch keinerlei Selbstbewusstsein mehr vorhanden ist. Aber es scheint so, als würden Zen und auch Eckhart dies als den unvollkommneren Zustand ansehen. Es ist eine vorübergehende Stufe auf dem Weg und es ist noch nicht einmal sicher, ob diese Stufe notwendigerweise durchschritten werden muss. Beim sechsten Patriarchen jedenfalls ist deutlich, dass er das Anstreben solcher inhaltsleeren Meditationszustände für einen Irrweg hält. Wesentlich dagegen ist das Auflösen des Anhaftens.

 

e) Gelassenheit und Nicht-Anhaften im Alltag

 

Ein wichtiges Argument, warum der inhaltesleere Trancezustand in der Meditation minderwertig ist, liegt vor allem auch darin, dass er nicht im Alltag beibehalten werden kann. Das Lösgelöstsein von den Geistesinhalten lässt sich dagegen unmittelbar auch im Alltag verwirklichen. Meditation und Alltag fallen dann nicht mehr auseinander, sondern bilden eine Einheit.

 

„Man muß lernen, mitten im Wirken (innerlich) ungebunden zu sein. Es ist aber für einen ungeübten Menschen ein ungewöhnliches Unterfangen, es dahin zu bringen, daß ihn keine Menge und kein Werk behindere - es gehört großer Eifer dazu - und daß Gott ihm beständig gegenwärtig sei und ihm stets ganz unverhüllt zu jeder Zeit und in jeder Umgebung leuchte. Dazu gehört ein gar behender Eifer und insbesondere zwei Dinge: das eine, daß sich der Mensch innerlich wohl verschlossen halte, auf daß sein Gemüt geschützt sei vor den Bildern, die draußen stehen, damit sie außerhalb seiner bleiben und nicht in ungemäßer Weise mit ihm wandeln und umgehen und keine Stätte in ihm finden. Das andere, dass sich der Mensch weder in seine inneren Bilder, seien es nun Vorstellungen oder ein Erhobensein des Gemütes, noch in äußere Bilder oder was es auch sein mag, was dem Menschen (gerade) gegenwärtig ist, zerlasse noch zerstreue noch sich an das Vielerlei veräußere. Daran soll der Mensch alle seine Kräfte gewöhnen und darauf hinwenden und sich sein Inneres gegenwärtig halten.“[9]

 

Auch die Zen-Tradition zielt darauf, inmitten der täglichen Aktivität den Geist, der nicht anhaftet, zu verwirklichen.

 

Verehrte Zuhörer, in meiner Lehre ist, gleich wie in der Lehre der Patriarchen, von jeher der Nicht-Gedanke die Essenz, Nicht-Form die Substanz und Nicht-Verweilen die Grundlage.

Nicht-Form bedeutet das Losgelöst-Sein von Form in der Form.

Nicht-Gedanke bedeutet, ohne jeden Gedanken zu sein im Denken.

Nicht-Verweilen ist das ursprüngliche Wesen des Menschen.[10]

Damit zielt der Sechste Patriarch nicht nur auf den Sonderbereich der Meditation, sondern er zielt auf das ganze Leben. Inmitten der Bewegung bleibt der Mensch unbewegt. Obwohl ich eine bestimmte Form habe, diesen Körper, gründe ich mich in der Wirklichkeit, die keinerlei Form hat. Obwohl ich ständig vielerlei Gedanken, Gefühle und Intentionen habe, so weiß ich, dass ich darin nicht aufgehe, sondern dass ich mit der Wirklichkeit eins bin, in deren Offenheit und Weite all diese Gedanken und Vorstellungen auftauchen.

 

Im Zen wird solches Menschsein mit dem zehnten Bild der so genannten Ochsenbilder beschrieben. Es ist ein Mensch, der äußerlich nicht durch Besonderheiten auffällt, schon gar nicht durch so etwas wie Heiligkeit. Nachdem er sozusagen eine lange spirituelle Reise unternommen hat, kehrt er mitten in das Getümmel der Leben zurück, nämlich auf den Marktplatz. Nicht der weltabgewandte Einsiedler entspricht dem Ideal des Zen. Vorübergehend mag es notwendig sein, sich für Zeiten zurückzuziehen. Aber letztlich führt der Weg zurück in das ganz normale Leben. Aber natürlich. Auch wenn der Mensch, der hier auf dem zehnten Bild erscheint, wie ein ganz gewöhnlicher Mensch erscheint, so ist er innerlich doch völlig anders als ein ganz gewöhnlicher Mensch.

Während der gewöhnliche Mensch in einer Welt lebt, in der alles unterschieden ist, und in der vor allem zwischen der transzendenten Wirklichkeit, dem Tao, dem Nirvana oder Gott und der diesseitigen Wirklichkeit, der Welt und dem Menschen unterschieden wird, lebt er nun in einer Welt, in der diese Gegensätze verschwunden sind. Der WEG, nach dem Joshu den Nansen fragte, ist ihm kein gegenüber. Auch bemüht er sich nicht mehr, diesen Weg zu erreichen, sondern er lebt in Einheit mit dem WEG.



[1] Quint 159

[2] TvAbg 92

[3] Siehe Sokei-an, Der sechste Patriarch kommt nach Manhattan, Seite 132 in etwas anderer Übersetzung

[4] The Dharma Jewel Platform Sutra, Seite 8 „What is 'thoughtlessness'? 'Thoughtlessness' is to see and to know all Dharmas (things) with a mind free from attachment.”

[5] The Dharma Jewel Platform Sutra, Seite 8 But to refrain from thinking of anything, so that all thoughts are suppressed, is to be Dharma-ridden, and this is an erroneous view.”

[6] Dumoulin, Geschichte Band 1, Seite 127

[7] Quint 181/2

[8] Quint 430. Dort heißt es weiter: „Nun erhebt sich eine Frage. Ihr könntet sagen: Herr, Ihr setzt all unser Heil in ein Unwissen. Das klingt (doch) wie ein Mangel. Gott hat den Menschen geschaffen, auf daß er wisse; wie der Prophet sagt: »Herr, mache sie wissend« (vgl. Tob. 13, 4). Wo Unwissen ist, da ist Mangel und ist Leere; so einer ist ein tierischer Mensch, ein Affe, ein Tor! - und das ist wahr, solange er in diesem Unwissen verharrt. Indessen: man muß hier (ja) in ein überformtes Wissen kommen, und zudem darf dieses Unwissen nicht aus Unwissen kommen, sondern: aus Wissen muß man in ein Unwissen kommen. Dann werden wir wissend werden mit dem göttlichen Wissen, und dann wird unser Unwissen mit dem übernatürlichen Wissen geadelt und geziert werden. Und hierin, wo wir uns leidend verhalten, sind wir vollkommener, als wenn wir wirkten.“

[9] Quint 88 RDU:

[10] Siehe Sokei-an, Der sechste Patriarch kommt nach Manhattan, Seite 132 in etwas anderer Übersetzung